Der Nazi-Aufmarsch am 04.06. 2011 in Peine – er war kurzfristig, aber fristgerecht angemeldet, auch wenn kein Peiner ihn haben wollte. Die Stadt Peine musste den Aufmarsch mit Rücksicht auf Artikel 8 Grundgesetz und die Peiner Sach- und Rechtslage die Genehmigung erteilt, auch wenn das in Peine trotz ausführlicher Begründung auf der Homepage der Stadtverwaltung niemand wirklich versteht, und die Peiner haben bewiesen, dass Flagge gegen Faschismus und braunen Terror zeigen nicht ihre Stärke ist. Das war keine Meisterleistung der Peiner Gemeinschaft! Ob es wohl daran lag, das keine Spielmannszüge involviert waren?
Ein Bündnis aus DGB, Kirchen und politischen Parteien hatte sich kurz nach Bekanntwerden der Anmeldung formiert, um eine Gegendemonstration auf die Beine zu stellen. Auf diese Gegendemonstration, welche in vielfältiger Weise angekündigt wurde, hatten sich leider nur sehr sehr wenige Peinerinnen und Peiner eingefunden. Die von der PAZ benannten 200 Teilnehmern, oder die von den Peiner Nachrichten angegebenen 350 Gegendemonstranten haben weder ich, noch Freunde und Bekannte auf dem historischen Marktplatz zählen können.
Kundgebung des Peiner Bündnisses – leider nur sehr spärlich besucht
Wesentlich aktiver waren das die ca. 700 Demonstranten aus dem linken Spektrum, die nach Peine angereist waren, um sich gegen die ca. 500 Nazius zu stellen. Ob man das nun als gut oder schlecht beurteilen will…auf jeden Fall war da eine große Gruppe junger Menschen angetreten, die sich aktiv gegen das dumm-braune Gedankengut gestellt haben.
Die Taktik der Polizei, die Route der ideologisch Fehlgeleiteten mit Hilfe der ca. 2000 Polizeibeamten konsequent abzuschirmen und dadurch auf ihrem Marschweg zu isolieren, ist vollständig aufgegangen. Die Rechten sind mit sich und für sich alleine marschiert. Was können schon ungehörte Parolen bewirken?
Gegen 19.30 Uhr war der Spuk wieder vorbei. Die Fehlgeleiteten wurden von der Deutschen Bahn wieder dahin verfrachtet, wo sie hergekommen sind. Die Polizei konnte die großzügig abgesperrte Innenstadt wieder freigeben. Es gab einen durch Steinwurf verletzten Polizisten und 75 kurzzeitig festgesetzte Linke.
Meine Hoffnungen: Nie wieder eine derartige Demonstration des braunen Mobs in Peine, eine für diesen Fall durch die Juristen der Stadt Peine ausgearbeitete rechtlich einwandfreie Ablehnung einer Nazi-Verammlung in der Schublade, und Peinerinnen und Peiner, die für den Fall einer weiteren Demonstration Mut beweisen und ihren Arsch gefälligst zur Gegenkundgebung bewegen.
Der “von seinen Peinerinnen und Peinern entäuschte” Peiner
P.S: Kleine Notiz am Rande: Die Demonstration wurde von der 1983 in Peine geborenen Ricarda Riefling angemeldet.
mehr Bilder gibt es in der PEINEgalerie – Nazi-Demo in Peine 04. Juni 2011